Ava der Tag der Libelle - Teil 1 - als E-Book auf Amazon erhältlich. 

 

 

 

Ava, die 16-jährige Lichtbringerin, die von einem alten Elfenvolk abstammt, entdeckt ihre Gabe, Feuer zu entfachen. Sie begegnet Zack, ihrem verschollenen Freund aus Kindertagen. Gemeinsam sind sie einer Verschwörung ihrer erfolgreichen Väter auf der Spur: Einst sorgten Wissenschaftler auf der Suche nach der Essenz für ewiges Leben dafür, dass Zack und Ava einen besonderen genetischen Code in sich tragen, weshalb eine Geheimorganisation die beiden nun unschädlich machen und ihre außergewöhnliche Gabe um jeden Preis vor der Öffentlichkeit geheim halten will.

 

Blick ins Buch

 

 


Die Schmerzwelle, die durch ihre Hand jagte, als Ava die glänzende Spitze der Injektionsnadel gegen die Fingerkuppe drückte, drängte ihre Panik zurück, zügelte aber nicht die Angst, die noch immer an der Oberfläche ihres Bewusstseins trieb. Das Gefühl, nicht mehr Herr ihrer Sinne zu sein, verebbte. Erleichtert sank sie auf die Knie und starrte unter Tränen zu der offenen Schiebetür hinüber, die das Zimmer von dem kleinen Balkon trennte. Von dort draußen hatte man einen fantastischen Blick über die Dächer der Stadt, in der sie seit fast siebzehn Jahren lebte.
Vor einer halben Stunde noch hatten sich die weißen Organza-Vorhänge bei jedem Windzug aufgebauscht, jetzt bewegten sich einzig verbrannte Stofffetzen vor der Fensterfront. Ava wandte den Blick ab und seufzte laut auf.
Dass sie die Kontrolle über ihre Fähigkeit verloren hatte, war in letzter Zeit häufig vorgekommen, aber diesmal war es heftiger als je zuvor gewesen. Sie hatte die Leuchtdiode der kleinen Stehlampe auf dem Nachttisch in sämtliche Einzelteile zerlegt, einige Birnen der Deckenleuchte waren ebenfalls geplatzt. Es war jedoch gar nichts im Vergleich zu den Vorhängen, die sie aus Versehen kurz in Brand gesetzt hatte. Mit einem triefnassen Handtuch aus dem angrenzenden Bad hatte sie aber ein größeres Unglück verhindern können. Die rasante Entwicklung ihrer Gabe jagte ihr inzwischen mörderische Angst ein.

Copyright by Christa Kuczinski